Da gibt es einmal die Cafés, die schon sehr früh geöffnet haben, weil Portugiesen in der Regel nicht zuhause frühstücken: Sie stehen lieber am Tresen und trinken einen Kaffee, essen ein kleines süßes Gebäck - alles für wenig Geld - und gehen dann zur Arbeit. Etwas mehr kostet es, wenn man im Café an einem Tisch sitzt und dort bedient wird, oder gar draußen auf der "Esplanada", dann wird es noch teurer.
Die Preislisten hängen in den Cafés aus.
In Cafés und auch kleine Restaurant wird oft ein Mittagessen gereicht: Neben Snacks wie Toast gibt es oft ein oder zwei Tagesgerichte. Die Tische sind dann mit Papierdecken gedeckt und es beispielsweise eine Suppe, ein Eintopf oder ein anderes kleines Tagesgericht serviert.
In der Regel betritt man ein Lokal und wartet einen Moment, bis man vom Oberkellner oder Chef selbst einen Tisch zugewiesen bekommt.
Im Café ist Trinkgeld nicht üblich, in den Restaurants sollte man seine Zufriedenheit über Essen und Service mit 5 bis 10% des Rechnungsbetrags ausdrücken. Mehr zum Thema Trinkgeld im Portugalforum - klicken Sie hier!
Muss man ein paar Stufen hinabgehen, um ein Lokal zu betreten, kann es schon als 3. Klasse bezeichnet werden, obwohl das Essen dort ausgezeichnet ist. In diesen Lokalen gibt es häufig einen preiswerten Mittagstisch (s.o.) ebenso wird eine "meia dose" (d.h. eine halbe Portion) angeboten, die oft völlig ausreichend ist (selbst wenn man großen Hunger hat).
Im Restaurant wird grundsätzlich ein "couvert" - d.h. ein Gedeck - gereicht: Brot, Butter und Oliven sind Standard und kosten nicht viel (ca. 1-3 Euro). Falls noch Käse und Schinken oder andere Kleinigkeiten angeboten werden, kann man den Kellner umgehend bitten, sie wieder mitzunehmen, wenn man sie nicht möchte: Je nach Restaurant und Gericht können diese Entradas nämlich durchaus ins Geld gehen (und sind dann unter Umständen teurer als das Hauptgericht).
Eine für Ausländer fremde Sitte ist es, die mit Tischtuch versehenen Tische zusätzlich mit Papierauflagen zu versehen. Nach dem Essen werden sie entsorgt und der nächste Gast hat so wieder einen sauberen Tisch. Viele kleine Lokale haben übrigens nur mittags geöffnet, um die im Umkreis Beschäftigten zu beköstigen, abends lohnt es sich dann nicht mehr. In Portugal haben die Firmen in der Regel keine Kantinen.
Abends gehen Portugiesen auch oft entweder in eine "cervejaria", ähnlich einem Brauhaus, wo es Bier und eine Auswahl an Speisen gibt. Oder in eine "marisqueira", die hauptsächlich alles Meeresgetier anbietet, vom Hummer über Gambas, Muscheln etc.