Derzeit gibt es von der portugiesischen Regierung große Anstrengungen im Bildungs- und Erziehungsbereich, um mit Hilfe einer grundlegenden Reform im europäischen Vergleich wieder aufzuholen. Dabei wurden Maßnahmen wie die Verlängerung Pflichtschulzeit von neun auf zwölf Jahre, verstärkter Unterricht der englischen Sprache sowie erweiterter Nachmittagsunterricht bereits umgesetzt.
Ein umfangreiches Programm zur regional übergreifenden Einführung der Internetnutzung an Schulen und damit zum staatlich subventionierten Erwerb von Computern ist beschlossen und teilweise bereits ausgeführt.
Für Kinder gibt es ab der Vollendung des 5. Lebensjahres die allgemeine zwölfjährige Schulpflicht - dabei ist der Besuch staatlicher Schulen kostenlos.
Für finanzschwache Familien gibt es eine Beihilfe zur Ausbildung ihrer Kinder - damit kann beispielsweise der Besuch einer Privatschule möglich gemacht werden.
Schulsystem
Die Grundbildung in Portugal nennt sich „ensino basico“. Sie setzt sich im Allgemeinen aus drei aufeinander aufbauenden Stufen zusammen und beginnt nach dem Besuch einer Vorschule für Kinder ab 3 Jahren. Diese ist allerdings auf freiwilliger Basis.
Danach schließt sich eine vierjährigen Grundschule an, gefolgt von einer fünfjährigen Oberschule.
Im Anschluss an diese Grundbildung kann eine Berufsausbildung angefangen werden. Oder man besucht den so genannten weiterführenden Ergänzungsunterricht - die „cursos complementares“. Hier gibt es drei Bildungsgänge - entweder mit einer gezielten Vorbereitung auf den Beruf oder aber für das Studium an einer Universität.
Hochschulreife bekommt ein Schüler in Portugal jedoch auch, wenn er nach der Oberschule für drei Jahre die "escola secundária" besucht und erfolgreich abschließt.
Hochschulen
In Portugal gibt es zahlreiche staatliche und private Unis ("universidades") sowie sowie staatliche und private Fachhochschulen ("escolas politécnicas") angeboten. Studiengebühren sind üblich - bei staatlichen Schulen geringere als bei privaten, zudem gibt es auch unterschiedliche Gebühren je nach Fachrichtung. Zu den Kosten für die Einschreibung an Universität oder Fachhochschule kommen jeweils noch Gebühren für die Vergabe von Zeugnissen und Diplomen ("propinas").
An den Hochschulen werden zwei unterschiedliche Studiengänge angeboten.
- Es gibt ein akademisches Studium und
- das Fachhochschulstudium, das man als Kurzzeitstudium bezeichnen kann.
Die Möglichkeit von einem zum anderen Typ zu wechseln, ist durch eine entsprechende Regelung der Anerkennung von Studienleistungen vorgesehen.
Das portugiesische Hochschulsystem bietet alle klassischen Fakultäten an, wenn auch nicht in allen Hochschulen. Für alle Fächer besteht ein Numerus Clausus. Alle in Portugal angebotenen Studiengänge kann man hier nachschauen:Studiengänge
Die traditionellen staatlichen Universitäten haben ein hohes Qualitätsbewusstsein und konkurrieren in vielen Bereichen mit anderen Universitäten innerhalb der EU und den USA. Der Wissenschafts- und Forschungsetat Portugals soll bis 2010 schrittweise auf 1,65% des BIP angehoben werden, um den im Jahr 2005 verkündeten „Plano tecnológico“ zu finanzieren und durchzusetzen. Dieser sieht eine wesentliche Effizienzsteigerung im Bereich Wissenschaft und Technologie vor.
Das erste Fraunhofer-Institut außerhalb Deutschlands wurde – ein positives Zeichen für den „Plano tecnológico“ – in Oeiras bei Lissabon angesiedelt. Dieses „Centro IBERLog“, gegründet im Mürz 2004, ist ein Gemeinschaftsprojekt der deutschen Fraunhofer-Gesellschaft und des portugiesischen Instituts für Sicherheit und Qualität ISQ. Seine Aufgabe sind hochwertige Dienstleistungen in den Bereichen Logistik und Firmenmanagement sowie technische Beratung vor allem für kleine und mittelständische Unternehmen.
Mehr Infos:
TUD - Informatische Bildung - weltweit - Portugal
EUROPA - EURES - Lebens- und Arbeitsbedingungen - Bildungssystem
Erziehungsportal - educare.pt - auf portugieisch





