Leben in Portugal

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Feste in den Gemeinden Portugals - April und Mai

Im April

  • 1. und 2. April: Cristelo, Covo und Valença - Festas em honra de Nossa Senhora da Cabeça
  • 2. April: Alpiarça
  • 6. April: Pampilhosa da Serra und Tábua
  • 11. April: Lagoa (Azoren)
  • 17. April: Ílhavo und Penamacor
  • 18. April: Castelo Branco
  • 23. April: Velas
  • 26. April: Belmonte
  • 29. April bis 4. Mai: Castelo Mendo - Feira Medieval
  • Ende April: Funchal - Festa das Flores
  • fünfter Sonntag nach Ostern: Ponta Delgada - Fest do Senhor Cristo dos Milhagres


Im Mai

  • Pfingsten: Azoren - Festa do Esprito Santo
  • erstes Maiwochenende: Barcelos - Festa das Cruzes; 
    Cortes und Leiria - Festezdj25 em Honra de Nossa Senhora da Gaiola; 
    Santa Comba Dão und Sernancelhe
  • 4. bis 25. Mai: Coimbra - Romaria do Divino Espírito Santo
  • zweiter Maisonntag: Ponte, Mouçós und Vila Real: Romaria de Nossa Senhora de Guadalupe; 
    Vila Franca do Lima und Viana do Castelo - Festa das Rosas
  • 8. Mai: Murça
  • 12. Mai: Aveiro
  • 12. und 13. Mai: Romarias Fátima
  • 13.Mai: Vila Real de Santo António
  • 14. Mai: Vouzela
  • 15. Mai: Caldas da Rainha
  • 16. Mai: Fafe
  • Mitte Mai: Coimbra - Queima das Fitas (Feiern zum Ende des akademischen Jahres)
  • 20. Mai: Vinhais
  • 21. Mai: Vila Nova de Foz Côa
  • 22. Mai: Leiria
  • dritter Maisonntag: Rendufe und Ponte de Lima - Festa de Santa Luzia
  • 23. Mai: Portalegre und Celorico da Beira
  • vierter Maisonntag: Santa Maria de Cárquere und Resende - Romaria do Quarto Domingo
  • 25. Mai: Mirandela, Santana (Madeira)
  • 28. Mai: Golegã und Marinha Grande
  • 29. Mai: Trancoso
  • 30. Mai bis 21. Juni: Coimbra und Santo António dos Olivais - Romaria do Divino Espírito Santo

Feste in den Gemeinden Portugals - Januar bis März

Im Januar

  • erster Sonntag im Monat: Vila Verde (Minho) - Feira Mensal de Artesanato
  • 11.Januar: Óbidos
  • 13. Januar: Cadaval, Santa Marta de Penaguião, Viana do Alentejo und Vila Nova de Poiares
  • 14.Januar: Elvas
  • 15. Januar: Fornelos und Ponte de Lima - Festa de Santo Amaro; Santa Cruz (Madeira)
  • zweite Woche: Aveiro - Festa de São Goçalinho
  • 20. Januar: Santa Maria da Feira
  • 22.Januar: Vila do Bispo und São Vicente

Im Februar

  • erster Sonntag im Februar: Calheiros und Ponte de Lima - Festa de S. Brás
  • 2. Februar: Mourão
  • 2. und 3. Februar: Vila Real - Festas em honra de S. Brás
  • 18. Februar: Valença do Minho

Im März

  • 1. März: Tomar
  • 2. März: Vila Nova de Paiva
  • 4. März: Manteigas
  • 5. März: Ferreira do Alentejo
  • 8. März: Montemor-o-Novo
  • 12. März: Monção
  • 19.März: Santarém; Póvoa de Lanhoso, Torre de Moncorvo und Vizela
  • zweiter Sonntag nach Ostern: Loulé - "Mãe Soberana", Romaria Nossa Senhora da Piedade
  • 21. bis 24. März: Constância - Festa de Nossa Senhora da Boa Viagem

 

Traditionelle Feste

Neben den nationalen Feiertagen gibt es überall im Land und das ganze Jahr hindurch traditionelle Festtage. Jede Gemeinde hat „ihr“ eigenes Fest – und das ist oft eng mit dem Stadt- oder Dorfheiligen verbunden.

Die Portugiesen feiern zu Ehren eines Heiligen ebenso wie zum Gedenken an ein Wunder oder eine Erscheinung. 
Vor allem in den eher abgelegenen Dörfern im nördlichen Portugal finden die so genannten „Romarias“ statt – das ist vergleichbar mit dem Fest der Kirchweih im katholischen Süden Deutschlands. Nach der kirchlichen Zeremonie gehen die meisten Romarias in ein Volksfest über: mit Speis‘ und Trank. Mit Musik und Tanz, mit einem Jahrmarkt, mit Verkaufsständen und Ausstellungen. 

Romaria kann aber auch eine Wallfahrt sein. 
Zum bekanntesten Wallfahrtsort Portugals - Fátima – pilgern Jahr für Jahr viele Tausend Menschen: Am 13. Mai und 13. Oktober jeden Jahres – das sind die Erscheinungstage der Muttergottes Anfang des 20. Jahrhunderts – finden hier zwei große Prozessionen statt. Und dazu kommen noch am 12./13. Tag jedes Monats kleinere Prozessionen und Pilgeransammlungen statt.

An den Festtagen in den einzelnen Gemeinden gibt es oft prächtige Umzüge: Nazaré beispielsweise ist bekannt für die Prozession, bei der die Statue der Madonna an den Strand und bis ins Meer getragen wird, begleitet von den Booten Fischer. 

Etwas ganz Besonderes ist das alle zwei Jahre in Tomar stattfindende „Festa dos Tabuleiros“ (das nächste Mal 2011). Es erinnert an eine Zeremonie aus dem 14. Jahrhundert, bei der vom Heilig-Geist-Orden in der Stadt Tomar Brot an die Armen verschenkt wurde. Beim Festa dos Tabuleiros gibt es eine prachtvolle und bunte Prozession, in der Mädchen auf ihrem Kopf Tabletts („tabuleiros“) balancieren – und auf diesen türmen sich 30 Brotlaibe auf. Alle sind mit Ähren, Blumen und Laub geschmückt, und jedes Tablett ist so hoch, wie das Mädchen groß ist.

 

"Santos Populares"

Beinahe jede Gemeinde in Portugal – und sei sie noch so klein – feiert einmal im Jahr ein Volksfest. Meist findet es am Tag des Heiligen statt, der als Schutzheiliger des Ortes gilt oder an dem die Gemeinde gegründet wurde. Vor allem im Juni finden in ganz Portugal Feste zu Ehren der drei Volksheiligen („Santos Populares“) statt: São António (Hl. Antonius), São Pedro (Hl. Petrus) und São João (Hl. Johannes). Gefeiert wird mit Wein, Most (água-pé), Sardinen auf Brot, Straßenumzügen und Tänzen und Feuerwerk.

Berühmt – und in der Region dann auch Feiertag – sind etwa die Feste des António in Lissabon am 13. Juni und das Fest João in Porto am 24. Juni. Hier gibt es große farbenprächtige Umzüge. São António in Lissabon gilt zudem als Fest der Liebenden – viele Paare heiraten an diesem Tag – die Casamentos de Santo António sind wohl besonders haltbar… Auch die „Marchas Populares“, eine Art Straßenkarneval, ziehen Tausende von Besuchern in die Hauptstadt.

Der populärste Heilige ist, für den am Johannistag vor allem in Porto und Braga gefeiert wird, wobei es Sardinen und Caldo Verde (eine traditionelle Suppe). Zu Ehren von São Pedro wird am 28. und 29. Juni gefeiert, besonders in Póvoa de Varzim und Barcelos: Dabei sind diese Feste dem Meer gewidmet.

 

Landesweite Feiertage

Nationalfeiertage:
25. April - Dia da Liberdade
10. Juni – Dia de Portugal e de Camoes
5. Oktober – Implementaçao da República - wurde 2012 abgeschafft
1. Dezember - Restauração da Independencia  - wurde 2012 abgeschafft 

Landesweite kirchliche Feiertage:
Karfreitag Sexta-Feira Santa (und natürlich der folgende Ostersonntag "Páscoa")
Fronleichnam 60 Tage nach Ostern - Corpo de Deus  - wurde 2012 abgeschafft 
15. August: Mariä Himmelfahrt - Assunçao  - wurde 2012 abgeschafft 
1. November: Allerheiligen - Todos os Santos
8. Dezember: Unbefleckte Empfängnis - Imaculada Conceiçao
25. Dezember: Weihnachten - Natal

Internationale Feiertage:
1. Mai: Tag der Arbeit - Dia do Trabalhador
1. Januar: Neujahr – Ano Novo

Film

Portugal hat durchaus eine Geschichte des einheimischen Films zu bieten. Auf Portugiesisch ist die Website des Instituto Camões, die eine Chronologie der Filmkunst in Portugal aufzeigt.

Bekannte Filmschaffende – Regisseure, Schauspieler, Kameraleute und Drehbuchautoeren sind beispielsweise:

In Portugal finden jährlich unter anderem zwei große internationale Filmfestivals statt:

  • Auf Fantasyfilme ist „Fantasporto“ spezialisiert – einer der weltweit größten Festivals für dieses Genre. Es findet in Porto statt.
  • „Festróia“ spezialisiert sich auf Filme aus Ländern, die weniger als 30 Filme jährlich produzieren. Das Festival findet in Setúbal, unweit von Lissabon statt.

 

 

Rundfunk

Neben dem staatlichen Rundfunk RDP und dem katholischen Sender „Renascença“ gibt es etwa 150 private Radiostationen, z.B. „Rádio Comércial“

Seit Oktober 2009 gibt es einen neuen Radiosender, der sich ausschließlich mit Fado beschäftigt: 
Rádio Amália sendet im Großraum Lissabon auf 92.00.

Etliche Radiosender Portugals bieten die Möglichkeit, sie über PC zu empfangen: 
portugiesische Rundfunkstationen online

Momentan sind diese Stationen verfügbar:

 

Azeméis FM Rádio 89.7 FM

Mega FM 92.4  Lisbon

Radio 94 FM 94.00FM  Leiria

Rádio Antena Minho 106.0 FM  Braga

Rádio Comercial 97.4 FM  Lisboa

Radio Graciosa 107.9 FM  Graciosa

Radio Horizonte Angra do Heroÿsmo e Ponta Delgada

Radio Horizonte Algarve 96.9 Fm Tavira

Rádio Lidador 94.3 FM  Grand Porto

Radio Maior 99.5  Rio Maior

Radio Orbital 101.9  lisbon

Radio Portalegre 100.5 FM / 104.5 FM  Portalegre

Rádio Renascença Network  Lisbon

Radio Seixal 87.6  Seixal

Radio Terra Nova 105Mhz FM  Gaf.da Nazare

Radio Universidade de Coimbra 107.9 FM  Coimbra

Radio Voz Da Ria 90.2 FM  Esterreja

RFM depends on city Nation-Wide

RUC 107.9  Coimbra

TSF Radio Jornal 89.5 FM  Lisbon

XFM 105.8 FM  Oporto

 

 

Fernsehen

Bis 1992 gab es nur zwei öffentlich-rechtliche Fernsehprogramme in Portugal. Sie gehörten der RTP („Radiotelevisão Portuguesa“) und nannten sich Canal 1 und TV2. Ende 1992 kam dann mit SIC der erste Privatsender hinzu. 1993 folgte dann TVI („Televisão Independente“), der Sender der katholischen Kirche. Bis heute sind diese vier portugiesischen Programme frei und kostenlos empfangbar geblieben. Sie sind allesamt stark kommerzorientiert und unterscheiden sich nicht groß in ihrem Angebot.

Die aktuellen Namen und Logos sind:

RTP1 (ehemals Canal 1)

RTP2 (ehemals TV2)

RTP hat außerdem spezielle Programme für die Azoren, Madeira, Afrika sowie RTP Memória, auf dem vor allem Spielfilme und Dokumentationen gezeigt werden.

SIC

TVI

Allen Sendern gemeinsam sind die vielen Werbeeinblendungen, die jeden Tag rund um die Uhr stattfinden. Jedes Programm strahlt regelmäßig seine teils portugiesischen teils brasilianischen Daily Soaps – „Telenovelas“ genannt – aus, die vom portugiesischen Publikum heiß und innig geliebt werden. So eine „Telenovela“ kann durchaus ein paar hundert Folgen haben und zum Gesprächsstoff Nr. 1 avancieren.

Nachrichtensendungen („notícias“) sind meist nur national ausgerichtet und fügen sich in die Telenovelas-Pausen ein. Daneben gibt es viele – zumeist ausländische – Spielfilme, die ab nachmittags gezeigt werden. Sie sind im Originalton und nur untertitelt.

 

Pay-TV

Neben den freien portugiesischen Programmen gibt es noch jede Menge nationale und internationale Bezahl-Programme. 
Anbieter für portugiesisches Pay-TV sind z.B.:

Via Satellit und Kabel:

www.tvcabo.pt

Ausschließlich Kabel:

 

Aktuelles portugiesisches TV-Programm:

 

Deutsche Sender in Portugal

Die großen Hotels in Portugal besitzen fast alle Satellitenantennen und speisen mehrere internationale Programme in ihre Hausanlagen ein. Darunter oft auch deutsche Programme wie RTL, Sat1, Deutsche Welle TV, Viva und DSF. Einige dieser Sender werden auch über das portugiesische Kabelnetz verbreitet.

 

Portugiesische Sender in Deutschland

In Deutschland kann man kostenlos das portugiesische Auslandsfernsehprogramm RTP-Internacional sehen. Es ist per Satellitenschüssel zu empfangen und wird auch in einige Kabelsender eingespeist.

Der Sender bietet einen Zusammenschnitt der Programme von RTP (hier z. B. die Nachrichten) und RTP2 an. Bei RTPi legt man Wert auf kulturelle Inhalte, weshalb viele Zuschauer die Programmzusammenstellung als "trocken" empfinden.

 

Deutsches Auslandsprogramm

Deutsche Welle

 

Fado, die Seele Portugals

Die „Volksmusik“ Portugals ist der Fado – fast jeder Portugiese kennt viele dieser melancholischen Lieder und kann sie mitsingen. Fado – und die Gefühle, die diese Musik hervorruft – sind nur schwer zu erklären. Man kann Fado ein bisschen mit der Musik des Blues vergleichen – schwermütig und melancholisch einerseits, aber dennoch voll dem Leben zugewandt. Man muss – als nicht portugiesisch Sprechender und auch als Nicht-Portugiese – die Worte des Fado nicht unbedingt verstehen. Man sagt: Der Fado geht direkt ins Herz. Fado ist nicht jedermanns Sache – aber ohne diese Musik wäre Portugal nicht dasselbe…

Die Geschichte des Fado

Angeblich leitet sich das Wort Fado auf dem Lateinischen ab: „fatum“ heißt Schicksal. Die Ursprünge des Fado sind nicht bekannt; es gab im frühen 13. Jahrhundert die „cantigas de amigo“ der Troubadoure, die wohl sehr ähnlich geklungen haben müssen, und die ebenfalls als Hauptthema von Liebe und Leid, Leidenschaft und Sehnsucht, Leben und Tod sangen. Andere Quellen sprechen von den Liedern der Seefahrer und ihrer an Land zurückbleibenden Frauen oder von den Sklavengesängen Brasiliens als Ursprung dieser heute so typisch portugiesischen Musik. Nachgewiesen ist Fado zum ersten Mal im 19. Jahrhundert: Die Lissabonner Fadista Maria Severa hatte eine Liaison mit dem Conde de Vimioso – und so wurde der Fado auch in Adelskreisen bekannt. Aus den Anfängen von Melodien und Gesängen der Volksmusik wurde er heute zu einer Kunstform. Allerdings einer, die im portugiesischen Volk tief verwurzelt ist.

Man unterscheidet zwei hauptsächliche Stilformen: Der Fado aus Coimbra wird nach wie vor beinahe ausschließlich von Männern gesungen und hat als Thema eher das Studentenleben, die Jugend, die durchzechten Nächte. Der Sänger zdj25é Afonso stammt ebenso aus dieser Tradition wie der Gitarrist Carlos Paredes. Der Fado Lissabons dagegen ist eher schwermütig; er stammt aus den Armenvierteln der Stadt und erzählt vom schweren Schicksal, von großen Emotionen, aber auch vom Leben der kleinen Leute.

Fado wird traditionell in so genannten Fadohäusern gesungen: Man isst und trinkt vor dem Auftritt des Sängers – doch kaum erhebt er (oder sie) die Stimme, wird es still. Kein Gespräch, kein Geschirr- oder Besteckklappen, kein Gläserklirren: Wenn der Fado erklingt, lauscht man andächtig. Und fühlt mit der Stimme des Sängers die eigenen Sehnsüchte wach werden, erinnert sich an Liebesglück – und Liebesleid.

Fado und saudade – das wehmütige Sehnsuchtsgefühl der Portugiesen – sind untrennbar miteinander verbunden. Es gibt überall im Land Fado-Vereine und auch spontane Zusammenkünfte – den Fado Vadio –, bei denen nicht nur ein Künstler auftritt, sondern sich spontan auch Zuhörer am Gesang beteiligen. Daneben kennt man auch Fadokonzerte – mit einer Bühne, auf der Fadista und Musiker ihre Kunst zeigen: der so genannte „Fado Profissional“. Selbst bei der Popsängerin Nelly Furtado finden sich Elemente des Fado.

Die Sänger des Fado nennt man „Fadista“ – das Wort gilt für Männer und Frauen gleichermaßen. Es gibt – neben der weltberühmten, im Jahr 1999 verstorbenen Amália, die den Fado über die Grenzen Portugals hinaus getragen hat – heute viele bekannte Fadosänger. Durchaus auch unter jungen Leuten. Jedes Jahr findet in Lissabon und Porto jeweils eine „Grande Noite do Fado“ statt, eine Veranstaltung, bei der sich junge Talente präsentierten.

Zum Gesang des Fado gehört traditionell die klassische Gitarre und eine „guitarra portuguesa“, ein Instrument mit zwölf Saiten, das mit seinem bauchigen Corpus eher einer Laute ähnelt. Als drittes Instrument – alle übrigens stets von Männern gespielt – gibt es noch die Bassgitarre. Moderne Fadistas wie etwa Mariza experimentieren mit weiteren Instrumenten.

Amália Rodriguez (1920-1999) war die wohl bekannteste Fadosängerin überhaupt. Sie machte ihre Musik auf der ganzen Welt bekannt. Aus ärmlichsten Verhältnissen stammend, begann die spätere „Königin des Fado“ ihre Karriere in einem Nachtklub in Lissabon im Jahr 1939. Kurze Zeit später ging sie bereits auf Tournee nach Brasilien und nahm dort die ersten Platten auf. Insgesamt soll sie etwa 170 Schallplatten besungen haben; außerdem spielte in etlichen Filmen mit. Ihr letzter öffentlicher Auftritt war bei der Weltausstellung in Lissabon, bei der Expo 1998. Ein Jahr später starb sie – und der damalige Premierminister Portugals rief eine dreitägige Staatstrauer aus. Zunächst wurde Amália auf dem Friedhof Prazeres beigesetzt, zwei Jahre später wurden die sterblichen Überreste in der Kirche Santa Engrácia bestattet – als bisher erste und einzige Frau. Das Musical „Amália“, 2002 uraufgeführt und weltweit auf Tournee, ist ihr und ihrem Leben gewidmet. In Lissabon gibt es außerdem in der Rua de São Bento das „Museu Fundação Amália Rodrigues“.

Alfredo Marceneiro (1891-1982) ist der Künstlername des Fadosängers Alfredo Rodrigo Duarte. Er trat erstmals 1908 öffentlich auf und war bereit mit 20 Jahren schon bekannt. Sein Name bedeutet „Zimmerer“ und soll darauf hinweisen, dass er seine Lieder nur so zusammenbaue wie ein Holzarbeiter. Allerdings war er sich seines Könnens bewusst: Anekdoten erzählen, dass er stets mit Fuß aufstampfte und zu singen aufhörte, wenn es beim Vortrag seiner Lieder in einem Fadohaus zu laut wurde. Typisch für seinen Stil ist der Gesang mit extrem hoher Stimme, also im Falsett. Er gilt als einer der größten Fadistas und wurde bei einem Auftritt im Jahr 1948 in Anwesenheit von Amálias zum „König des Fado“ ausgerufen. Er war außerdem einer der Förderer Amálias, obwohl er niemals über die Grenzen Portugals hinaus bekannt wurde. In den Zeiten der Diktatur wurde er – weil er völlig unpolitisch agierte – nicht behelligt. Seinen letzten Auftritt hatte er im Alter von fast 90 im Jahr 1980.

Carlos do Carmo (geb. 1939) ist der Künstlername des Fadistas Carlos Alberto Ascensão de Almeida. Seine Mutter Lucília do Carmo (1920–1999) war selbst eine bekannte Fadosängerin, ihr gehörte auch ein Fadohaus. Ihr zu Ehren nahm er seinen Künstlernamen an. Die erste Platte von Carlos do Carmo erschien bereits 1963 – und weil er sich, im Gegensatz etwa zu Amália nicht mit den Machthabern der Diktatur arrangierte, wurde er mehrmals wegen seiner Kontakte zur Opposition verhaftet. Carlos do Carmo gilt als typischer Vertreter des Lissabonner Fados, er sang aber außerdem auch Chansons, etwa Jaques Brel. Heute gilt er als „Erneuerer“ der alten Fadotradition, weil er sich nicht nur die alten Lieder singt, sondern eben anspruchsvolle Texte sucht und mit verschiedenen Autoren zusammenarbeitet. Er arbeitet außerdem eng mit den jungen Fadistas zusammen und trat beispielsweise 2002 mit Mariza in der Alten Oper in Frankfurt auf.

Die neuen Fadistas

Madredeus wurde 1987 gegründet und ist eine der auch international bekanntesten Musikgruppen, die sich dem Fado – aber auch eigenen Kompositionen – verschrieben hat.

Mariza (geb. 1973) ist heute ebenfalls – wie Amália – weit über die Grenzen Portugals international bekannt und gilt als würdige Nachfolgerin der „Königin des Fado“. Sie gewann mehrmals den BBC Award für „Best European Artist“.

Dulce Pontes (geb1969) und Cristina Branco (geb. 1972) sind ebenfalls international bekannte Fadosängerinnen, ebenso wie Misia (geb 1955) und Teresa Salgueiro (geb. 1969), die Sängerin von Madredeus, die eine Solokarriere begonnen hat.

Camane (geb.1967) ist der Künstlername von Carlos Manuel Moutinho Paiva dos Santos Duarte, einem der männlichen Fadistas unserer Zeit.

Telmo Pires (geb. 1973) singt seit 2002 Fado und hat einen sehr eigenen Stil entwickelt. Er stellte sein erstes Fado-Album in Berlin vor.

Traditionell und populär

José Afonso (1929-1987), eigentlich José Manuel Cerqueira Afonso dos Santos, genannt „Zeca“, gilt als einer der bedeutendsten zeitgenössischen Sänger und Komponisten Portugals. In seiner Kindheit und Jugend lebte er teilweise in Angola und Mosambik. Als Schüler und später Student in Coimbra lernte Afonso den Fado von Coimbra kennen – eine Richtung dieses typisch portugiesischen Gesangs, die sich allerdings grundlegend vom Fado Lissabons unterscheidet. zdj25é Afonsos Leben war bestimmt vom Kampf gegen die Diktatur Salazars, er gilt als wichtigster Sänger und Komponist der Opposition. Unter Salazar war er gezwungen – wegen der Überwachung durch die Geheimpolizei innerhalb Portugals – seine Platten im Ausland einzuspielen. Sein Lied „Grândola Vila Morena“ war bei der Bevölkerung das Startzeichen zur friedlichen „Nelkenrevolution“ am 25.April 1974.

Carlos Paredes (1925-2004) war Komponist und Gitarrist. Ihm ist es zu verdanken, dass die portugiesische Gitarre, die vorher beinahe ausschließlich aus Begleitinstrument des Fado galt, auch als Soloinstrument bekannt wurde. Berühmtheit erlangte Paredes durch die Kompositionen für die große Fadista Amália Rodrigues. Auch außerhalb Portugals war Paredes bekannt: 1983 entstand z.B. in Frankfurt am Main während eines Konzerts das Album „Concerto em Frankfurt“. Unter der Diktatur in Portugal wurde Paredes wegen kommunistischer Aktivitäten fast zwei Jahre inhaftiert.

Paulo de Carvalho (geb. 1947) ist – wie auch José Afonso – ein populärer portugiesischer Sänger. Sein Beitrag Eurovision Song Contest 1974, nämlich das Lied E depois do Adeus („Und nach dem Abschied“) wurde das Startsignal für die Nelkenrevolution, 18 Tage nach seinem Auftritt: Das Lied wurde am 24. April 1974 im Rundfunk gespielt, und war das geheime Signal für die Truppen, sich Richtung Lissabon und Regierungssitz in Bewegung zu setzen.

Paulo de Carvalho ist schon seit den 60er Jahren bekannt. Zunächst war er eher ein Pop- und Schlagersänger, seit den 80er Jahren wandte er sich dem klassischen Fado zu. Mehr auf seiner Website: http://www.paulodecarvalho.com/

Joaquim de Magalhães Fernandes Barreiros (geb. 1947) ist unter dem Namen „Quim Barreiros“ ein bekannter Sänger und Akkordeonspieler.

Nelly Kim Furtado (geb, 1978) stammt zwar aus Kanada, hat aber portugiesische Wurzeln und ist in Portugal sehr populär. Anfangs eher als Popsängerin bekannt, lernte sie bei einem Europabesuch die traditionelle Musik, den Fado, kennen. Für die Fußballeuropameisterschaft 2004 in Portugal schrieb und sang sie den offiziellen Song: „Força“

Deutsche Website: http://www.nellyfurtado.de/

Internationale Website: http://www.nellyfurtado.com/

Da Weasel ist eine portugiesische Hip-Hop-Band, die nicht nur Portugal bekannt ist. Die Gruppe wurde 1993 gegründet und sang damals noch in Englisch Das erste Album: „Dou-lhe com a Alma“ (1995) („Ich gebe es ihr mit der Seele“) ist die erste eigentliche Hip-Hop-Aufnahme in Portugiesisch. Auf der portugiesischen Version von Nelly Furtados erfolgreichem Album „Loose" (2006) rappt Da Weasel beim Remix des Hits „Maneater“ eine Strophe.

Rock in Rio fand das erste Mal im Jahr 2004 nicht in Brasilien, in Rio de Janeiro, statt, sondern in Lissabon. Bekannte Künstler wie Paul McCartney und Peter Gabriel traten neben den Bands „Metallica“, „Slipknot“ oder „Black Eyed Peas“ auf. Zwei Jahre später gab es das fünfte Mal „Rock in Rio“ – wieder in Lissabon. Der Erfolg mit Bands wie den Red Hot Chili Peppers“ oder „Guns N' Roses“ und Künstlern wie „Santana“ und Shakira war riesig. Im Jahr 2008 gab es Rock in Rio sowohl in Lissabon (30. Mai bis 1. Juni sowie 5. und 6. Juni) als auch in Madrid (27./28. Juni sowie 5./6. Juli). Dabei gab es Auftritte von Amy Winehouse, Bon Jovi, Alanis Morissette, Tokio Hotel, Lenny Kravitz, Carl Cox, Ivete Sangalo, James Morrisson, Neil Young, The Police, Shakira und Alejandro Sanz.

Hier finden Sie ein Verzeichnis aller aktuellen Festivals und Musikereignisse:

http://www.festivaleiros.com/

http://agendaconcertos.com/concertos/

  • Sprache

    Wer Interesse an kulturellen Veranstaltungen hat, wendet sich am besten ans jeweilige Tourismusbüro seines Urlaubsortes. Viele Gemeinden (siehe auch Regionen Portugals) haben zudem Websites, auf denen sie sich präsentieren und von denen man im Vorfeld bei der Reiseplanung alle Informationen erhalten kann.

  • Feste & Feiern

    Die Portugiesen verstehen zu feiern! Hier finden Sie viele Links und Infos - feiern Sie mit!

  • Medien

    Infos zu den wichtigsten Zeitungen & Zeitschriften, zu TV, Rundfunk und Film

  • Musik

    Die Seele Portugals ist der Fado.
    Hier finden Sie außerdem Informationen zu traditioneller und populärer Musik - und zur Klassik.

  • Literatur

    Ob Klassik und Poesie, Moderne oder Prosa - hier finden Sie Infos zur portugiesischen Literatur und Schriftstellern.

  • Tradition

    Infos zu Traditionen, Geschichten und Anekdoten in Portugal

  • Religion

    Wallfahrten und kirchliches Leben spielen in Portugal eine große Rolle. Hier erfahren Sie mehr.

  • Kunst & Architektur

    Wissenswertes zu Malerei und Bildhhauerei - und zur Architektur in Portugal

  • Geschichte

    Seit immerhin 1143 existiert Portugal als Nationalstaat - eine lange und wechselvolle Geschichte. Hier finden Sie die wichtigsten Fakten.

Ferien genießen

  • Olá, vor einigen Wochen hatte ich euch den Tipp gegeben, dass es immer wieder interessante Reiseberichte über Portugal in Reisezeitschriften gibt. http://www.portugalforum.de/community/threads/abenteuer-und-reisen-bericht-über-die-azoren.7050/ http://www.portugalforum.de/communi...bericht-im-magazin-abenteuer-und-reisen.5046/ Heute habe ich durch Zufall einen weiteren, schönen Reisebericht entdeckt, nämlich in einer... Aktualisierung: Interessante Reiseberichte zu Portugal in Zeitschriften

  • Lesenswerter Bericht in der NZZ: http://www.nzz.ch/lebensart/reise/herrenwitze-auf-holzbooten-1.18405084

  • Hey liebe Portugalfreunde, ein lang ersehnter Wunsch wird im April, endlich war, ich werde ein Monat lang eine Tour durch Portugal machen Jetzt hatte ich mir überlegt als erstes eine Stadtrundfahrt durch Lissabon zu machen. Dies hat zwei Gründe: Einerseits find ich Stadtrundfahrten immer gut um die Stadt, deren Sehenswürdigkeiten und Geschichtliches kennenzulernen. Zumindest erhält man einen ersten Einblick davon. Außerdem habe ich mir angwöhnt von meinen Stadtrundfahrten die Tickets zu... Stadtrundfahrt in Porto

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